Rundfunkbeitrag für Ferienunterkünfte 11

Unterschiede zwischen gewerblicher und privater Vermietung und aufgrund der Anzahl der vermieteten Unterkünfte

Mit Beginn des Jahres 2013 wurde der grundsätzlich von deutsche Bürgern und Bürgerinnen zu entrichtende Rundfunkbeitrag eingeführt. Vormals wurde  dieser von der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) eingezogen Der zu zahlende Beitrag von 17,50 Euro monatlich berechtigt dabei zu einem Konsum aller zur Verfügung stehenden Medien ohne eine Unterscheidung zwischen Radio, Fernseher und Computer.

Rundfunkbeitrag

Rundfunkbeitrag© Geckly - thinkstockphotos.de

Der Betrag ist grundsätzlich für jede Wohnung zu entrichten, unabhängig von der Anzahl der Bewohner – beispielsweise im Falle einer Wohngemeinschaft – und der Anzahl der vorhandenen Geräte. Für bestimmte Personengruppen (Arbeitslose, Studenten, Menschen mit Behinderung) kann eine Ermäßigung oder die vollständige Befreiung von dem Beitrag beantragt werden.

Rundfunkbeitrag für private Ferienhäuser und Ferienwohnungen

Für eine Zweitwohnung ist in der Regel ein eigener Beitrag zu entrichten. Gleiches gilt für eine ausschließlich privat genutzte Ferienwohnung oder ein privat genutztes Ferienhaus. Diese gelten dann als Zweitwohnung und der übliche Beitrag von 17,50 Euro pro Monat ist fällig.
Als Wohnung gilt dabei jede ortsfeste baulich abgeschlossene Einheit mit einem separaten Eingang, die zum Wohnen und Schlafen geeignet ist und wenigstens temporär entsprechend genutzt wird. Sofern es sich um Wohnungen im Sinne des Melderechtes handelt, sind auch die Eigentümer nicht ortsfester Raumeinheiten, wie beispielsweise Wohnwagen und Wohnschiffe, beitragspflichtig.
Auch im Rahmen des bisherigen Rundfunkgebührenmodells der GEZ sind für die Rundfunkempfangsgeräte von Zweitwohnungen entsprechende Beiträge zu entrichten gewesen.

Gewerbliche Vermietung

Gewerblich genutzte, d.h. gegen Entgelt vermietete, Ferienhäuser und –wohnungen  sowie Hotelzimmer sind beitragspflichtig und bei der entsprechenden Berechnung des zu zahlenden Beitrags zu berücksichtigen.

1. Beitragspflicht für Betriebsstätten

Grundsätzlich sind alle Unternehmen und nicht privaten Institutionen zur Zahlung des Rundfunkbeitrags verpflichtet, da nicht die tatsächliche Bereitstellung eines Rundfunkempfängers, sondern an die bloße Möglichkeit der Mediennutzung geknüpft ist. Hierzu zählen auch die gewerblich tätigen Vermieter von Ferienwohnraum. Die Höhe des Beitrags richtet sich dabei nach der Anzahl der Betriebsstätten, der Beschäftigten und der gewerblich genutzten Fahrzeuge.
Das Verhältnis von Beschäftigten pro Betriebsstätte entscheidet über die Zuordnung der Betriebsstätten eines Unternehmens zu einer entsprechend gestaffelten Beitragsgruppe. Eine Tabelle mit den verschiedenen Beitragsstaffelungen findet sich unter: www.rundfunkbeitrag.de

Als Betriebsstätte gilt dabei jede ortsfeste Raumeinheit, deren Nutzung nicht ausschließlich privaten Zwecken dient. Mehrere Raumeinheiten, die sich auf einem Grundstück, oder auf zusammenhängenden Grundstücken befinden und von ihrem Inhaber zu demselben Zweck genutzt werden, gelten als eine Betriebsstätte. Zur Zahl der Beschäftigten gehören nicht Auszubildende, geringfügig Beschäftigte, Leiharbeiter sowie Inhaber bzw. Inhaberin, zu zählen sind dagegen alle sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitbeschäftigten sowie die Arbeitskräfte in öffentlich-rechtlichem Dienstverhältnis.
Zusätzlich ist für die gewerblich genutzten Kraftfahrzeuge einer Betriebsstätte ein Beitrag von 5,83 Euro monatlich zu entrichten, wobei für jede beitragspflichtige Betriebsstätte ein Fahrzeug von der Gebühr befreit ist.

2. Zahl der Ferienhäuser oder Ferienwohnungen bzw. Hotelzimmer

Komplizierter wird es bei der nicht privaten (gewerblichen) Nutzung: Wer nur eine Wohnung oder ein Haus an Gäste vermietet, die Immobilien von zu Hause aus verwaltet und dort bereits Rundfunkbeitrag entrichtet, muss für diese Ferienunterkunft keinen Beitrag zahlen. Denn für jede Betriebsstätte ist die erste Raumeinheit beitragsfrei. Für jede weitere Einheit ist monatlich mit 5,83 Euro ein Drittel des Grundbetrages für eine normale Wohnung zu zahlen.
Die Vermieter von Ferienwohnräumen haben zusätzlich zu der für Betriebsstätten bestehenden Beitragspflicht einen weiteren Beitrag zu zahlen, dessen Höhe sich nach der Anzahl der zur Verfügung stehenden Raumeinheiten (Wohnung, Ferienhaus, Hotelzimmer) richtet.

Private Vermietung

Da im Falle eines privaten Mietverhältnisses offensichtlich kein eigentliches Unternehmen besteht, unterliegt das vermietete Objekt nicht der Beitragspflicht für Betriebsstätten. Es ist der für private Wohneinheiten festgesetzte Grundbetrag von 17,50 Euro monatlich zu entrichten. In welchem Umfang die Wohnung tatsächlich bewohnt wird, ist – wie auch im gewerblichen Bereich – irrelevant. Ab einer dauerhaften Unterbrechung der Nutzung als Wohnstätte für mindestens drei Monate (z.B. in der Nebensaison) kann aber eine Befreiung von der Beitragspflicht beantragt werden. Diesen Antrag müssen Vermieter aber vorher stellen.
Privat genutzte Ferienwohnungen lassen sich theoretisch sogar für sechs Monate vom Rundfunkbeitrag befreien. Dafür brauchen Besitzer allerdings eine Bestätigung ihrer Gemeinde, dass die Ferienunterkunft nicht das ganze Jahr genutzt werden darf.

Eine Zusammenfassung des oben geschriebenen und Antworten auf viele weitere Fragen findet man unter: www.rundfunkbeitrag.de

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Thomas

Über Thomas

Thomas ist Gründer und Geschäftsführer von ferienwohnungen.de. Daher hat er viele Erfahrungen sammeln können, die er hier in unserem Blog gerne weiter gibt.

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Traumferienhausreisen
Traumferienhausreisen

Sehr schön gestalteter Blog, mit vielen Nützlichen Tipps, Empfehlungen und Ideen für einen Urlaub. Hier bekommt man richtig Lust auf Urlaub und Ferien aller „Couleur“.
Ihr habt mit mir einen Stammleser gewonnen

Carsten
Carsten

danke für den interessanten artikel-wußte darüber vorher gar nicht bescheid…

Iris
Iris

Guten Tag, ich habe zu Ihrem Beitrag private Vermietung folgende Frage: Im Text heißt es: „Ab einer dauerhaften Unterbrechung der Nutzung als Wohnstätte für mindestens drei Monate kann eine Befreiung von der Beitragspflicht beantragt werden“
Bei dem Beitragsservice weiß man von dieser Bestimmung nichts. Deshalb meine Frage, woher haben Sie diesen Text ? Für eine schnelle Antwort würde ich mich freuen. Danke .

Oliver

Die erste Raumeinheit (die erste Ferienwohnung) ist beitragsfrei. Für jede weitere Einheit ist monatlich mit 5,99 Euro ein Drittel des Grundbetrages für eine normale Wohnung zu zahlen.
Der Satz
„Ab einer dauerhaften Unterbrechung der Nutzung als Wohnstätte für mindestens drei Monate kann eine Befreiung von der Beitragspflicht beantragt werden.“
bezieht sich darauf, dass sich der Vermieter von der Zahlung des Rundfunkbeitrages befreien lassen kann, wenn die Wohnung länger als 3 Monate (ein Beitragszeitraum) nicht vermietet wird. Wird die Wohnung anschließend wieder vermietet (bewohnt), muss die (Ferien-)Wohnung wieder zur Zahlung des Rundfunkbeitrages angemeldet werden.

Oliver

Offizielle Antwort vom ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice vom 06.08.2013 auf die oben stehende Frage: Wenn der Betrieb länger als drei zusammenhängende Kalendermonate geschlossen wird, kann ein schriftlicher Antrag auf befristete Freistellung gestellt werden. Die Betriebsstilllegung muss auf Verlangen glaubhaft gemacht und nachgewiesen werden. Akzeptierte Nachweise für die Glaubhaftmachung sind zum Beispiel ein Ausdruck der aktuellen Internetseite des Betriebs oder die Stromrechnung. Die Beitragsfreiheit gilt nur für den Zeitraum, in dem die Betriebsstätte freigestellt ist. Berücksichtigen Sie bitte auch, dass ein Antrag auf Stilllegung jedes Jahr erneut gestellt werden muss und dass Betriebsferien nicht als Stilllegung anerkannt werden. Einen Formularvordruck finden… weiterlesen »

Pascal
Pascal

ok so weit also eine Ferienwohnung im eigenem haus zur Vermietung an Monteure ist frei ist das richtig?
wie ist das wenn der Monteur sich beim Rathaus melden muss gemeldet hat ? muss ich dann zahlen oder der Monteur?

Oliver
Oliver

Hallo, ich kann ihre Frage nicht so ganz nachvollziehen … Haben Sie sich schon einmal direkt an den Beitragsservice gewandt? Eine Kontaktmöglichkeit gibt es hier: https://www.rundfunkbeitrag.de/kontakt/index_ger.html

Egon
Egon

Hallo, ich habe mich schlau gemacht. Der Artikel erweckt den Eindruck, daß bei nur einer FeWo gar nichts zu bezahlen sei. Dem ist nicht so. Die jeweils erste FeWo ist zwar beitragsfrei, aber der Grundbeitrag für eine Betriebsstätte muss trotzdem gelöhnt werden, in diesem Fall 5,99 Euro.
Also nicht wundern.
Zum Fragensteller weiter oben: die Info über die Freistellung findet man auf der Seite des Beitragsservices. Und natürlich weiß man dort davon.

Murbach Petra
Murbach Petra

Sehr informativ, danke vielmals.
Würde das bedeuten, dass, wenn ich im Ausland lebe und deshalb mein Haus in Deutschland für 4 Wochen im Jahr lediglich als Ferienhaus nutzen kann, ich mich komplett von der Rundfunkgebühr befreien lassen kann?

Falls ja, würde das rückwirkend gelten oder erst ab Antragsstellung bzw. Bescheid?

Danke im Voraus für die Antwort.

Petra

Günther Greetsiel
Günther Greetsiel

Danke für den aufschlussreichen Artikel. Ich habe mir jetzt viele Quellen zu Rande gezogen. Die Website vom Beitragsservice ist ja nicht die „Erklärenste“. Neben Euren Blogbeitrag habe ich noch diese Quelle gefunden, die auch sehr aufschlussreich ist: https://www.erfolgreicher-vermieten.de/blog/rundfunkbeitrag-fuer-ferienwohnung-und-ferienhaus/

Dank Eurer Hilfe bin ich jetzt etwas schlauer. Vielen Dank!

Katharina
Katharina

Hallo, auch ich habe eine Verständnisfrage: Wir haben vor 2 Monaten eine 51 qm große Wohnung bei Kiel angemietet, um dort zu jeder Zeit unseren Urlaub und auch diverse Wochenenden zu verbringen. Gedacht war eine zusätzliche Vermietung auch an weitere Familienmitglieder und Freunde, ohne dies über Ferienwohnungsvermittler etc. laufen zu lassen. Kann ich dann auch bei der GEZ beantragen, nur das genannte Drittel der Gebühr zu zahlen (private Vermietung)? Benötige ich dazu ein Schriftstück bzw. muss ich beweisen, dass ich evtl. zwischenvermiete? Es soll nur alle paar Wochen sein und keinesfalls großartig Gewinn abwerfen. Probleme mit dem Finanzamt möchte ich… weiterlesen »